Die Stiftung Bildungspakt Bayern startete zum Schulhalbjahr 2007/08 in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Stiftungspartner E.ON das Modellprojekt „GribS - Grundschulen zur individuellen Förderung bayerischer Schülerinnen und Schüler“.

Das ganze Projekt wurde von der Universität Augsburg unter der Leitung von Prof. Andreas Hartinger begleitet und evaluiert.

Ziel des Modellversuches war es, Unterrichtsmodelle zu entwickeln, die den naturwissenschaftlichen Teil des Heimat- und Sachunterrichtes weiterentwickeln und möglichst verbessern. Jede Schule sollte dabei ihre eigenen Ideen miteinbringen. Diese „Best-practice-Beispiele“ sollten zum Schluss für alle Schulen in Bayern in einem Buch veröffentlicht werden.

Ein zentraler Punkt war auch die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler. Durch verschiedene Zugangsformen sollen die Stärken der Kinder berücksichtigt und schwächere Schüler unterstützt werden.

In einem Arbeitskreis, dem Lehrer verschiedener GribS-Schulen angehörten, wurden Unterrichtsmethoden diskutiert und Unterrichtseinheiten für das Thema „Magnetismus und Strom“ in der 3. Klasse entworfen.

GribS in der Comenius-Grundschule Buchloe

Als wir vom GribS-Projekt erfuhren, war für unsere Schule sofort klar: Hier wollen wir mitmachen! Bei uns gab es schon seit Jahren eine Lernwerkstatt, in der auch das naturwissenschaftliche Arbeiten eine Rolle spielte. Wir fingen an, Konzepte zu entwickeln, wie wir das naturwissenschaftliche Arbeiten in den Unterricht aller Jahrgangsstufen schülergerecht einbinden konnten. Von den kleinsten Schülern in den 1. Klassen bis hin zu unseren „Großen“ sollten alle einen handlungsorientierten aber auch einen fachlich anspruchsvollen Unterricht erhalten, der möglichst die Fähigkeiten aller berücksichtigt.

Nach der erfolgreichen Bewerbung bei der Stiftung Bildungspakt Bayern, waren wir ab März 2007 eine von 16 Modellschulen in Bayern (die einzige in Schwaben).

Lehrerteams fanden sich zusammen und erstellten in gelegentlich auch schweißtreibender Arbeit Versuchsbeschreibungen und Sachtexte, laminierten, stellten Materialien her, kauften ein, testeten und überarbeiteten verschiedene Versuche. Jetzt konnte es in den Klassen losgehen. Am Anfang war dann die Spannung groß, als es hieß: „Wir arbeiten wie richtige Forscher.“

Heute ist GribS ein zentraler Punkt in unserem Schulleben. Die Schüler warten voller Freude auf ihre „Versuchswoche“ in der sie einmal im Jahr eine ganze Woche lang sich nur mit einem naturwissenschaftlichen Thema beschäftigen. Kaum ein Schüler vergisst, vor dem Versuch eine Vermutung aufzuschreiben und das Versuchsprotokoll vollständig auszufüllen.

Neben unseren Versuchswochen sind naturwissenschaftliche Themen auch im „normalen“ HSU-Unterricht ein wichtiger Bestandteil. In speziellen Forscheraufgaben zeigen die Schüler durch selbst ausgedachte Experimente, z.B. dass Wasser in der Luft ist bzw. wie man einen Magneten schweben lassen kann.

Durch von der Universität Augsburg und der Stiftung Bildungspakt Bayern angebotenen Fortbildungen bekamen wir immer wieder neue Ideen für den Unterricht.

 Fachliche Fortbildungen zu den Themen:

- Luft, Wasser, Strom/Magnetismus und Wasserkreislauf

- Aufbau einer Lernwerkstatt

- Umgang mit Heterogenität im Sachunterricht

- Alternative Formen der Leistungsmessung

- Unterrichtsgespräche im Sachunterricht

Auch wenn der Modellversuch offiziell mit dem Schuljahr 2010/2011 endete, werden wir die Erfahrungen und Veränderungen daraus in die nächsten Schuljahre mitnehmen und unseren Sachunterricht in „GribS-Form“ weiter durchführen.

Einige Lehrerinnen unsere Schule haben ihre Erfahrungen mit GribS auch anderen Schulen und Lehrern im Rahmen von verschiedenen Lehrerfortbildungen weitergegeben und werden dies auch in Zukunft tun.